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Pozzolengo ist der geografisch äußerste Ort der Provinz Brescia, die hier wie
ein Keil zwischen die Provinzen Mantua und Verona reicht.Pozzolengo rühmt sich
einer bedeutenden Vergangenheit, die im Mittelalter durch eine große befestigte
Ortschaft ("Castello di Pozzolengo") bezeugt ist. Der Ort wurde ungefähr im 9.
– 10. Jh. gegründet, im 13. Jh. neu errichtet und im 16. Jh. erneuert.
Das auf den Monte Flunogebaute Castello (castrum) hat einen trapezförmigen Grundriss
mit längeren Seiten im Osten und Westen und kürzeren Seiten im Norden und Süden
undumfasst einige Wohnanlagen.
In der Kurtine (Verbindungswand zwischen 2 Türmen) der Mauer mit guelfischem
Zinnenkranz sind vor allem in der westlichen und südlichen Seite zahlreiche zylindrische
Türme eingelassen, während auf der Nordseite der quadratische Bergfried (Mastio)
mit dem Schloss-Zugang liegt. Einer der zylindrischen Türme wurde ab dem 15. Jh.
Als Glockenturm genutzt.
Im Inneren des Schlosses lassen sich die Reste der Kirche desMärtyrers Hl. Lorenzo,
Beschützer der Pestkranken, bewundern. Die Kirche enthältFragmente eines mittelalterlichen
Freskos aus dem 14. Jh., das ursprünglich die Apsis überdeckte. Das Fresko stellte
Christus zusammen mit den Evangelisten Markus und Johannes dar.
Die schöne und imposante Kirche des Hl. Lorenzo, Pfarrkirche von 1510, wurde
1740 großzügig erweitert. Der Grundriss wurde zu einem lateinischen Kreuz umgebaut
und eine zentrale Kuppel wurde errichtet. Es entstand ein eindruckvoller Bau mit
36 zylindrischern fein marmorisierten Säulen auf steinernen Sockeln und wunderschönen
korinthischen Kapitellen.
Das Mittelschiff ist 54,45 m lang. Das Presbyterium ist mit einem majestätischen
Altar mit Marmor-Intarsien und Edelsteinen bereichert.
Die neoklassizistische Fassade weist ein breites Zentralfenster auf. (Dieses
Fenster wurde nach 1945 mit Backsteinen verschlossen und 2004 wieder geöffnet.)
Die imposante Bronzetüre des Bildhauers Don Luciano Carnessali ist 4,61 m hoch,
2,33 m breit und wiegt 8 Zentner.
Das Kircheninnere beherbergt eine Orgel von Antenati aus dem Jahre 1608, die
Gaetano Zanfretta im Jahre 1881 renoviert hat. Die Kirche enthält außerdem zahlreiche
wertvolle Werke, darunter ein Gemälde von Brusasorci (mit einer Heiland-darstellung),
ein Gemälde von Celesti (ca. 1692) im Altar der Madonna del Carmine, ein Gemälde
von Gabriele Rettondini aus dem Jahre 1843 und das Altarbild des Hl. Luigi Gonzaga
von Padre Andrea Pozzo (1642-1707).
Das historische Zentrum des Dorfes birgt vier weitere bedeutende Gebäude:
Palazzo Gelmetti: erbaut 1800 und Rathaus seit Anfang des 20. Jh.. Der Palast, in dem die Adelsfamilie
Gelmetti residierte, wurde 1883 von der Gemeinde gemietet und 1888 gekauft. Das
Innere des Palastes enthält reich mit Fresken verzierte Säle.
Villa Albertini: : Ein imposanter Palast aus dem 19. Jh. Im Herzen des Dorfes gelegen, erbaut von Feldmarschall Pietro Keller anlässlich der Hochzeit seiner Tochter Gabriele Anna mit dem Grafen Giovanbattista Alberini. Der Palast besitzt einen Laubengang mit 5 Bögen und prächtige, mit Stuck und Fresken geschmückte Säle.
Palazzo Brighenti: Ein imposantes und schönes Gebäude aus dem 18. Jh. am San Martino-Platz.
Residenza Piavoli: Ein Palast aus dem 18. Jh. mit Laubengang mit acht Bögen im Wirtschaftsbereich,
mit doppeltem Treppenaufgang und bemerkenswerten Fresken. In einem Saal im Erdgeschoss
entdeckt man noch die Reste des Vorgängerbaus aus dem 16. Jh.
Im Umland von Pozzolengo liegen viele typische landwirtschaftliche Höfe und Kellereien.
Dort liegt auch die Abtei San Vigilio, in langobardischer Zeit gegründet. Die
kleine Kirche der Abtei stammt aus dem Jahre 1104.
Es gibt in diesen Orten touristische Pfade von unvergleichlicher Schönheit, die sich durch die Moränenhügel des Garda winden.
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